• LOCATION 22 | Kapstadt zu Fuss: Von der Sklavenherberge zum Bo-Kaap

    Malaienviertel

    Für viele Menschen ist der historische Kern vom Bo-Kaap noch immer das Malaienviertel. Die älteren Häuser in diesem Bereich wurden zwischen den 1750er und 1850er Jahren gebaut. Musleme erwarben im späten 18ten Jahrhundert einige dieser Häuser. Aber warum spricht man vom Malaienviertel, wenn doch nur ein knapper Prozent aller Sklaven und Verbannten aus Malaysien stammten? Für fast 34 Prozent war Indien das Ursprungsland, weitere etwa 22 Prozent kamen aus dem indonesischen Bereich, und der Rest von der Küste von Mozambique, Madagaskar, Mauritius und Sri Lanka - man kann sagen, sie stammtem aus dem Herrschaftsbereich der Holländischen Ostindischen Handelsgesellschaft. Die Menschen aus diesen weit verstreuten Gebieten entwickelten zur Verständigung eine Handelssprache, bekannt als Melayu, in arabischer Schrift geschrieben. Melayu entwickelte sich zur Sprache der Gläubigen in den Moscheen. Noch in den 1930er Jahren hätte man Melayu auf den Straßen im Bo-Kaap hören können. Der Klang des Wortes Melayu könnte der Grund sein, warum man vom Malaienviertel sprach.
    Man sollte von Kap Museimen sprechen, und nicht Malaien. Gegenwärtig sind etwa 70 Prozent der Anlieger vom Bo-Kaap Musleme. In Kapstadt selber leben etwa 400 000 Museime, landweit gute zwei Millionen.

    Ich werde sie etwas später wieder treffen.

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Kapstadt zu Fuss: Von der Sklavenherberge zum Bo-Kaap