• LOCATION 21 | Kapstadt zu Fuss: Von der Sklavenherberge zum Bo-Kaap

    Halten Sie an dieser Ecke

    Bleiben Sie einen Moment stehen und schauen Sie die krumme, bucklige Gasse linkerhand hinunter. Erinnert sie nicht an eine kleine Mittelmeerinsel, an eine Dorfstraße in Nordafrika? Man kann sich fast den Eselkarren vorstellen, wie er diese Straße herunterpoltert.
    Allmählich werden auch die Häuser bunter. Recht merkwürdige und unglaubwürdige Geschichten werden über die Farben erzählt. Sie deuten nicht auf den Beruf des Inhabers hin, auch bedeuten sie nicht, dass die Inhaber Analphabeten sind und sie die Häuser bunt anmalen, um den Weg nach Haus zu finden. Ebenso unwahr ist die Geschichte, dass das Bo-Kaap das Wohnviertel für die Sklaven der VOC waren, und da die Sklaven keine bunte Kleidung tragen durften, malten sie ihre Häuser bunt an. Können Sie wirklich glauben, dass die Holländische Handelsgesellschaft Häuser für ihre Sklaven gebaut hätte?
    Natürlich zogen nach der Emanzipation in 1834 viele ehemalige Sklaven in dieses Viertel um, dass könnte der Grund sein, warum man vom Sklavenviertel spricht. Doch emanzipierte Sklaven waren freie Menschen, auch wären sie arm gewesen und kaum in der Lage, teure bunte Farben zu kaufen – wenn sie erhältlich gewesen wären.
    Die ersten kräftigen bunten Farben erschienen in den späten 1960er Jahren, als die Restoration vom Bo-Kaap begann. Die Farben sind einfach ein Ausdruck der Lebensfreude.

    Weiter gehts, bergauf. 


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Kapstadt zu Fuss: Von der Sklavenherberge zum Bo-Kaap